Pils - der Deutschen liebstes Bier

Pils ist mit Abstand die beliebteste Biersorte in Deutschland. Sein Anteil am gesamten
Bierausstoß liegt bei mehr als 65 Prozent. Ein edles Pils kann sich überall sehen lassen
und wird ganz selbstverständlich auch als Getränk zu einem Fünf-Sterne-Menü bestellt.
Bischofshof hat ein Pils im Sortiment.

Bayerische Braukunst in Pilsen


Ähnlich wie beim Bockbier, das nicht aus Süd-, sondern aus Norddeutschland stammt,
war es nicht ein Böhme, sondern ein Bayer, der das Pils erfunden hat.

Die böhmische Stadt Pilsen gehörte Mitte des vergangenen Jahrhunderts zur österreichi-
schen k.u.k. Monarchie. Aber von kaiserlicher Herrlichkeit konnte bei dem Bier, das in der
Stadt gebraut wurde, nicht die Rede sein. Die Qualität war so schlecht, dass der Pilsner
Magistrat im Februar 1838 sogar verfügte, 36 Fässer Bier vor dem Rathaus öffentlich aus-
laufen zu lassen. Um diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen, beschloss noch
im selben Jahr eine Gruppe „brauberechtigter Bürger” den gemeinschaftlichen Bau eines
„Bürgerlichen Brauhauses”. Am 15. September 1838 erfolgte der erste Spatenstich.

Auch bei der Bierart wollten die Einwohner von Pilsen neue Wege gehen. In Böhmen wurde
nach alter Art obergäriges Bier gebraut. Aber der Geschmack hatte sich gewandelt. Dunkles
untergäriges Bier, auch bayerisches Bier genannt, war in Mode gekommen, und so brauchte
man für das neue Brauhaus auch einen neuen Braumeister. Die Wahl fiel auf den 29 Jahre
alten Josef Groll aus dem bayerischen Vilshofen. Dessen Vater war Brauereibesitzer und
Bierbrauer und hatte lange an der Rezeptur eines untergärigen Biers getüftelt.

Groll junior nahm das Rezept mit nach Pilsen.Ähnlich wie die Bayern hatten auch die Böhmen
die Möglichkeit, Eis, das im Winter gesammelt wurde, in tiefen Kellern und Höhlen aufzubewah-
ren. So konnten sie das ganze Jahr über bei einer Temperatur von vier bis neun Grad Celsius
Bier brauen, Voraussetzung für den Einsatz untergäriger Hefe. Am Martinstag, dem 11. Novem-
ber 1842, war es dann soweit: In den Gasthöfen „Zum Goldenen Adler”, „Zur weißen Rose” und
„Hanes” wurde zum ersten Mal das neue Pilsener Bier ausgeschenkt. Josef Groll hatte jedoch
nicht viel Zeit, sich seines Bieres zu erfreuen. Sein Vertrag lief nach fünf Jahren aus und wurde
auch nicht verlängert. Zu Ruhm und Ehre kam das Pilsener Bier in Deutschland zuerst in
Preußen. Erst viele Jahrzehnte später zogen die Bayern zögernd nach.

Ein gutes Pils braucht drei Minuten


Pils schmeckt am besten, wenn es eine Temperatur von acht Grad hat – und wenn man sich
beim Zapfen nicht zuviel Zeit lässt. Der Spruch „Ein gutes Pils braucht sieben Minuten” ist
genauso alt wie falsch: Ein Bier, an dem so lange herumgezapft wurde, kann nicht mehr frisch
sein. Statt dessen sollte das Pilsglas zunächst langsam mit der ersten Schaumkrone bis zum
oberen Rand gefüllt werden. Nun wartet man, bis sich der Schaum gesetzt hat. Wenn man nun
nachzapft, erhält man eine wunderschöne Schaumkrone und hat bereits nach etwa drei Minu-
ten ein frisches reines Pils. Prost!