Die Regensburger Brauordnung

Doch gab es nicht schon vorher Regeln für das Brauen von Bier?

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe – Aus diesen vier Rohstoffen besteht deutsches und vor allem bayerisches Bier. Dass dies so ist, danken wir Herzog Wilhelm IV., der das Bayerische Reinheitsgebot erlassen hat.

Schon seit dem 23. April 1516, seitdem das Bayerische Reinheitsgebot bei einer Zusammenkunft von Landadel und Ritterschaft in Ingolstadt verabschiedet wurde, wird in unserem Freistaat nur qualitativ hochwertiges Bier gebraut. Demnach schloss sich jedes Bundesland dem Reinheitsgebot an, um selbst beste Biere zu brauen.

Doch es gab bereits vor diesem Gebot Normen, die die Herstellung von Bieren regelten. Im Jahr 1447 beauftragten die Regensburger Ratsherren ihren Stadtarzt, das in der oberpfälzischen Stadt gebraute Bier regelmäßig zu kontrollieren. Einen besonders guten Augenmerk sollte er auf die Zutaten haben, welche in das Gebräu gegeben wurden. Sogar die Münchner Stadträte wurden aufmerksam und verlangten unter Strafanordnung von Brauern, dass nur Gerste, Hopfen Wasser und sonst nichts verwendet werden darf.

Brauerei-Bischofshof-Regensburger-Braukunst

Bereits 1453 brachten die Regensburger eine Brauordnung heraus, bei der Bierbrauer schwören mussten, ihrem Gerstensaft „weder Samen noch Gewürz oder Gestrüpp“ und dergleichen zuzusetzen. „Glattwasser“ – stark verdünnte Würze – durfte somit auch nicht mehr hergestellt und verkauft werden.

Die Regensburger waren also damals bereits ihrer Zeit voraus: Schon über 50 Jahre vor dem offiziellen Erlass des Bayerischen Reinheitsgebots ist in Regensburg eine Brauordnung definiert. Sie ist folglich der Vorläufer des Reinheitsgebots; man könnte fast sagen, dass der Grundstein bester, reiner Biere in Regensburg gelegt worden ist.

Die kirchliche Brauerei Bischofshof ist im Jahre 1649 von Franz Wilhelm Graf von Wartenberg im Schatten des Regensburger Doms St. Peter gegründet worden. Seitdem ist Bischofshof nicht nur ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Regensburg, sondern auch ein Garant für beste Biere.

Bischofshof trägt seit 14 Jahren den „Preis der Besten in Gold“ der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für ihre ausgezeichneten Biere. So wurde in Regensburg nicht nur der Grundstein des Bayerischen Reinheitsgebots gelegt, es finden sich nach wie vor „flüssige Beweise“ für höchste Braukunst.

Prost, auf die Regensburger Brauordnung!

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