370 Jahre Tradition und Innovation: Bischofshof ordnet die Zukunft neu mit Wechsel der Rechtsform

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Zum Ende des großen Jubiläumsjahrs des 370-jährigen Bestehens verändert die Brauerei zum 1. Januar 2020 ihre Rechtsform. Das Regensburger Traditions-Unternehmen, das zurzeit in der Rechtsform des Eingetragenen Kaufmanns (e.K.) organisiert ist, wird in Zukunft als GmbH & Co. KG firmieren. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bleibt weiterhin Eigentümer der Brauerei.

Die Hintergründe erläuterte Bischof Rudolf Voderholzer am vergangenen Mittwoch den Brauerei-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Die Rechtsform des Eingetragenen Kaufmanns bedeutet, dass der Bischof von Regensburg im Handelsregister persönlich als Einzelunternehmer und rechtlicher Vertreter eingetragen ist. Praktisch aber leitet Susanne Horn als Brauereidirektorin den Betrieb. Diese Tatsache soll nun auch in der Form der rechtlichen Unternehmensorganisation zum Ausdruck kommen. Die GmbH & Co. KG ermöglicht, Susanne Horn als Geschäftsführerin einzusetzen. Der Rechtsformwechsel vollzieht also nur nach, was der Sache nach seit Jahren gegeben ist. Der Leitungsdienst, den die Vierundvierzigjährige dem Unternehmen erweist, nimmt nun eine Rechtsform an, die die Tatsachen sehr viel genauer abbildet als die bisherige Regelung.

Bischof Rudolf Voderholzer bleibt aber weiterhin der Brauerei Bischofshof erhalten. Er ist der Vorsitzende der Bischöflichen Knabenseminarstiftung, die als Komplementär vereinfacht gesagt Besitzer des Unternehmens ist.

Bischof Voderholzer erläuterte, warum das Bistum Regensburg auch in Zukunft unternehmerische Verantwortung tragen will, obwohl  das Brauereigeschäft sicher nicht zu den Kernaufgaben der Kirche zählt: „Wir wollen die Eigentümerschaft erhalten. Sie ist ein historisches Erbe. Sie garantiert die Nähe und Verbundenheit des Produkts mit der Oberpfalz und mit Niederbayern. Die Regionalität, die Verwurzelung werden wir als Bistum erhalten. Wir behalten die Rolle des Eigentümers bei.“

Die Brauerei Bischofshof kann ihre Wurzeln bis in das Mittelalter zurückverfolgen. Historiker gehen davon aus, dass sie in den Ursprüngen der Nahrungsmittelversorgung der Arbeiter diente, die mit dem Bau des Regensburger Doms beschäftigt waren. Gesichert ist, dass Fürstbischof Wilhelm Graf von Wartenberg 1649 den formalen Akt einer Brauereigründung mit dem Namen Bischofshof vollzog. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei im Handelsregister unter dem Namen „Bierbrauerei und Malzfabrik der bischöflichen Knabenseminarstiftung“ geführt, bevor sie dann 2002 in die Rechtsform des Eingetragenen Kaufmanns wechselte.

Die Brauerei Bischofshof beschäftigt 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ein jährliches Getränkevolumen von 195.000 Hektoliter bewältigen, 28 verschiedene Bierspezialitäten anbieten, in fast 30 Länder der Welt exportieren und einen Jahresumsatz von rund 18 Mio. € erzielen. In der Region Regensburg zählt sie zu den wichtigsten Sponsoren kulturellen, sportlichen und sozialen Engagements.

Fotos: Simon Gehr

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