„Georgi-Zwickl 1469“ – das Bier zum 550. Jubiläum der städtischen Brauordnung

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Foto: H.C. Wagner

Verkostung des siebenfach gehopften Sondersudes zum Tag des Bieres

Der Haidplatz steht am Samstag nach Ostern beim Tag des Bieres wieder einmal ganz im Zeichen des regionalen Genusses. In diesem Fall eines besonderen Gerstensaftes. Die sieben veranstaltenden Stadt- und Landkreisbrauereien haben – wie bereits 2018 – einen siebenfach gehopften Sondersud angesetzt, der am Samstag, 27. April, vom 10 bis 22 Uhr – so lange Vorrat reicht – verkostet werden kann. Das im März in Deuerling gemeinsam zum 550. Jubiläum der Regensburger Brauordnung eingebraute Bier bestand nun bei einem Termin im Archiv des St. Katharinenspitals den ersten Geschmackstest. Das „Georgi-Zwickl 1469“ schmeckt, so die einhellige Meinung der Brauer, „hervorragend“.

Das „Georgi-Zwickl 1469“ ist eine flüssige Reminiszenz an die am 8. Oktober 1469 in Regensburg verkündete städtische Brauordnung, die vor 550 Jahren per Erlass des damaligen Kämmerers vorgab, fürs Bierbrauen „nichtz nemen dann gersstenn mallcz hopffen und wasser und sunst ganntz nichts“. In der Brauerei Josef Goss in Deuerling setzten die sieben Brauer im März durch die Gabe von sieben verschiedenen Hopfensorten den Sondersud an, der ausschließlich beim Tag des Bieres ausgeschenkt und in 110 speziell etikettierten 0,75-l-Siphon-Flaschen verkauft wird. Als Besonderheit sind die Etiketten von den Braumeistern der Arbeitsgemeinschaft handsigniert.

Schon seit geraumer Zeit waren die sieben Regensburger Stadt- und Landkreisbrauer auf der Suche nach Belegen zur „Regensburger Brauordnung“, die um einige Jahre älter ist als das 23. April 1516 in Ingolstadt erlassene und für die ausschließliche Verwendung von Wasser, Hopfen und Malz stehende „Bayerische Reinheitsgebot“. Spitalarchivar Dr. Artur Dirmeier hat in einem Aufsatz des ehemaligen Leiters des Regensburger Stadtarchivs, Dr. Heinrich Wanderwitz, fundierte Beweise dafür gefunden. „Betrachtungen zum Regensburger Brauwesen bis zum Erlass des Reinheitsgebotes vom 8. Oktober 1469“ lautet der Titel der Abhandlung, in der auf Seite 53 zu lesen steht: „Es sollen auch eyn yeder preumaister noch nymant von seiner wegen der ain pir sieden und machen will dartzu annders nichtz nemen dann gersstenn mallcz hopffen und wasser und sunst ganntz nichts annders dann yetzo vorbestymbt ist…daz annder allez ist verpoten…“. Dr. Wanderwitz kommentierte das wie folgt: „Jetzt ist das Regensburger Braugewerbe auf der technischen Höhe der Zeit angekommen.“

Dass jede einzelne der sieben per Arbeitsgemeinschaft verknüpften Stadt- und Landkreisbrauereien Goss Deuerling, Prösslbräu Adlersberg, Schlossbrauerei Eichhofen, Spezialbrauerei Schierling, Brauerei Kneitinger, Brauerei Bischofshof und die Spital-Brauerei heute mehr denn je auf der Höhe der Zeit sind, stellen sie zum einen durch das gemeinschaftliche Feiern unter Beweis, bei dem der natürliche Konkurrenzdruck in Gastronomie und Handel ruht, auch um eine Lanze für den Genuß heimischer Biere zu brechen.

Beim gemeinsamen Einbrauen des „Georgi-Zwickl 1469“ waren die sieben Brauer – jeder mit „seiner“ Hopfensorte am Sudkessel in Deuerling. Brauwasser aus dem Labertal, Gerstenmalz und die Hopfensorten „Herkules“ (Bischofshof), „Opal“ (Schierlinger), „Saphir“ (Kneitinger), „Spalter Select“ (Goss), „Tettnanger“ (Eichhofen), „Hersbrucker“ (Prößl-Bräu) und „Perle“ (Spital) reiften zu einem unfiltrierten Festbier mit 5,5 Volumen-Prozent Alkohol und einer Stammwürze von rund 13,5 Prozent reifen.

Nach der Erstverkostung des „Georgi-Zwickl 1469“ durch die Brauer ist es erwiesen, dass aus der Gemeinschaftsaktion wie im Vorjahr ein hervorragendes „Heimatbier“ erwachsen ist, auf das sich die Bierfreunde beim großen Fest am Haidplatz am Samstag, 27. April, freuen können. Traditionell spielen beim Tag des Bieres am Vor- und Nachmittag die „Deuerlinger“. Ab 18 Uhr wechselt das Bühnenprogramm von „bayrisch“ auf „Pop und Rock“ mit „Erwin und die Heckflossen“. Die Schirmherrschaft haben Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernommen. Neben dem Reinheitsgebot von 1516 wird nach dem Anzapfen auch die „Regensburger Brauordung“ verlesen.

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