Bischofshof am Dom: Oberbürgermeister hatte den Dreh raus
2. Auflage des Bierbrunnenfestes der Neuzeit: einfach, erfrischend, erfolgreich
Das Angelus-Geläut des Hohen Domes St. Peter war gerade verklungen, als Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger mit einem Dreh des Bierhahnes um 90 Grad das kühle Bischofshof-Bier „zum Laufen“ brachte und damit das 2. Bierbrunnenfest im Bischofshof am Dom offiziell eröffnete. Geschäftsführer Eric Hagelstein hatte mit gutgelaunten Worten zuvor nicht nur die Gäste, sondern auch seine „Mannschaft“ begrüßt. Die hatte ebenso wie die Küche ordentlich zu tun, da sich der Biergarten in Kürze bis auf den letzten Platz füllte. Für Herz, Seele und gute Unterhaltung sorgten „Die 6 lustigen Fünf“ in der klassischen gemischten Neun-„Mann“-Besetzung.



„Wir freuen uns, dass die Gäste das Fest angenommen haben und unsere Form der Traditionspflege unterstützen“
Bislang kannten die meisten Gäste nur zwei Formen des Bierausschankes, aus der Flasche und aus dem Fass. Mit der Reaktivierung des über lange Jahre „trockenen“ Bierbrunnens in der Mitte des Biergartens im letzten Jahr wurde die dritte Dimension erfolgreich inszeniert. Die Geschichte von einem Brunnen im Bischofshof am Dom geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der zeitgenössische Künstler Joseph Michael Neustifter griff in seiner Neuauflage des Brunnens im Jahr 1980 nicht nur die Fabel der Gänsepredigt auf, sondern bildete über vier Reliefs an den Außenwänden des Bronzekunstwerks die Geschichte des Bischofshof am Dom ab: die Gründung der Brauerei von 1649, die Verleihung der Kurwürde an Maximilian von Bayern 1623, die Übergabe der freien Reichsstadt Regensburg an das Königreich Bayern 1810 und letztlich die Gründung des neuen Brauhauses in der Heitzerstraße im Jahr 1910. Die Gänsepredigt, die am Brunnenstock dargestellt wird, besagt laut Kulturdatenbank der Stadt Regensburg: „Während ein Priester predigend vor Gänsen steht, öffnet sich der Mantel am Rücken und seine wahre Gestalt wird sichtbar – der Wolf, der eine Gans am Hals ergreift. Somit wird das Böse enthüllt.“
„Wir freuen uns, dass die Gäste das Fest angenommen haben und unsere Form der Traditionspflege unterstützen“, resümierte Eric Hagelstein am Nachmittag und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Neben den Fotohotspots am Brunnen, aus dem die Gäste auch selbst zapfen durften, und mit Brauereifahrrad inklusive Fotohintergrund war der römische Legionär „Longus Legus“, den Uwe Langbein perfekt verkörperte, das beliebteste Motiv des Festes. Kinderschminken und Führungen durch das Hotel rundeten das Rahmenprogramm ab. Nicht zu vergessen: Die Brauerei hatte 50 Liter Freibier aus dem Brunnen spendiert. Das kam gut gekühlt via im Untergrund verbauter Schanktechnik ans Tageslicht und zu den durstigen Gästen.
Bierbrunnen gibt es nach umfassenden Recherchen in Bayern in den fränkischen Orten Volkach und Krautheim sowie in Ingolstadt, wo im Jahr 1516 das Reinheitsgebot für Bayerische Bier verkündet wurde. Dass in Regensburg das Bierbrunnenfest seinen festen Platz zum Beginn der Sommerferien im Veranstaltungskalender eingenommen hat, liegt nicht nur an der gelungenen Neuauflage, sondern auch an der harmonischen Einbindung des Veranstaltungsortes inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes.
Fotos: Hans-Christian Wagner